Einsteigerinformationen / Motocross Beginners

Aller Anfang ist schwer. Wir haben hier mal so die üblichen Fragen und Antworten zusammengetragen, die Eltern und Einsteiger in unseren Sport so ganz am Beginn ereilen. Wir erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Prüft einfach was Ihr So für Euch gebrauchen könnt.

Die Entscheidung

Euer Kind hat schon mal auf einem Motorrad im Gelände gefahren. Jetzt soll es weiter gehen. Wie soll es weitergehen?

Frage Nummer 1 vieler Eltern und Anfänger hierzu. Hat euer Verein Motorräder zum Verleih?

Nein: weder wir noch ein anderer uns bekannter Verein oder andere Institutionen halten Leihmotorräder zum permanten Trainingsgebrauch vor. Der Unterhalt wäre zu teuer für euch wie für uns. Die Motorräder, die wir und andere Vereine vorhalten sind für bestimmte Trainings, so quasi zum Kennenlernen des Sportes und nicht für den richtigen Trainingsbetrieb. Wenn grundsätzlich klar ist, dass ihr weiterhin den Sport ausüben möchtet. geht es jetzt erst richtig los.

Ihr müsst euch einmal eine komplette eigene Sportausstattung zu legen! Nur so könnt Ihr den Sport wirklich ausüben. Anders wird es nicht gehen.

 

Sportausstattung - Was brauche ich?

Dies können wir grob in 4 Bereiche unterteilen

  1. Sicherheitsbekleidung
  2. Transportmöglichkeit für Ausrüstung und Fahrer
  3. Werkzeug und Verschleißteile
  4. Motorrad

Diese Reihenfolge ist Absicht!

1. Sicherheitsbekleidung

Es ist interessant, was alles unternommen wird um ein paar Euro zu sparen und versucht wird um auf eine Crossstrecke zu kommen. Gummistiefel und Turnschuhe sind keine Sicherheitsschuhe. Die Kniescheibe allein ist kein Schutz, sondern muss geschützt werden. Eine Schweisserbrille ist auch nicht zulässig. Hände ohne Handschuhe usw. usw..

Was viele Anfänger bzw. Eltern, die nicht aus unserem Sport kommen vergessen: Ihr seid nicht alleine auf der Strecke. Vor und hinter euren Kindern fahren MOTORSPORTLER. und auch wenn die noch sehr jung sind, sind die trotzdem schnell. Rappeln die mit Eurem Kind zusammen, kommt da eine Menge Metall aufeinander. Da wäre es vielleicht garnicht so schlecht, wenn ein schützender Kunststoffprotektor, die gezackte Stahlfußraste daran hindert das Schienbein des jungen Nachwuchspiloten zu deformieren, oder?

Immer wieder gerne der Spruch: ja wir wissen nicht, ob sich das lohnt und er weitermacht? Joo, das wissen wir auch nicht. Mal so ganz ernst gemeint: Körperteile wachsen tatsächlich nicht nach. Einmal kaputt, dann vielleicht für immer.

Also Ihr braucht:

Gibt es alles übrigens gebraucht in Masse im Internet auf den üblichen Verkaufsplattformen.  Wer nicht mit dem neuesten Modeschnickschnack glänzen muss, kann hier eine Menge Geld sparen.

Wenn Ihr dem Verkäufer des Helmes vertrauen könnt, könnt Ihr auch diesen gebraucht kaufen, ansonsten halt neu. Er soll den DMSB Helmnormen (Etikett am Helmriemen) entsprechen und keinerlei Risse oder mechanische Beschädigungen aufweisen. Drück Ihn einfach mal am Unterlteil zusammen und schaut was passiert. Alles was dem nicht entspricht lasst Ihr liegen.

Der Rest ist ja in dem obigen Bild ausreichend erklärt.

Geht mal hier grob von folgender Investition aus: Gebraucht ca. 300 - 600 €, neu ca. 1000 €.

 

2. Transport

Immer wieder ein gern unterschätztes Thema. Irgend wie muss alles zur Strecke und das ist garnicht sowenig.

Der Regelspruch: "Ich hab einen Kombi" Das finden wir prima. Da passt die 50er auch gut herein, mit etwas Glück auch eine 65er, eine 85er nur noch in Einzelteilen usw, usw. Tja, nicht nur Kinder wachsen und werden größer, der dazu notwendige Rest übrigens auch.

Unsere Empfehlung für diejenigen die erstmal nicht in Lieferwagen, Wohnmobil und Co investieren möchten:

  • Anhängerkupplung unter die Familienkutsche
  • geschlossenen Anhänger kaufen (Plane und Spriegel tun es zur Not auch)

Fertig. Das reicht erst einmal für eine lange Zeit und hat auch noch viele weitere Vorteile. Werkzeug kann im Hänger bleiben und ist dort griffbereit. Die dreckigen Sachen landen im Hänger und versauen nicht das Familienfahrzeug, nach später Heimkehr kann man auch mal alles erstmal so hinstellen und es muss nicht sofort ausgeräumt werden und die Kosten für Anschaffung und Unterhalt halten sich schwer in Grenzen.

 

3. Werkzeug und Verschleißteile

Was nicht gepflegt wird geht kaputt.

Der Spruch gilt für jede Technik und vieles andere im Leben. Im Motocross gilt er doppelt, mindestens. Mal vorausgesetzt Ihr habt ein völlig intaktes Motorrad erworben, dann ist eins mal sicher: So wird das nicht bleiben. Jedenfalls nicht falls es benutzt werden soll.

Feuchtigkeit dringt in Lager und Schrauben ein, Motor, Getriebe und Fahrwerk unterliegen ihrem natürlichen Abrieb. Stürze und Kollisionen kommen dann noch als Topping oben drauf. Alles halb so sclhimm. Es ist unglaublich wie gut moderne Motorrädern diesen Belastungen standhalten.

 

Regel 1

Das Motorrad muss nach dem Training gesäubert und geprüft werden.
Es geht dabei nicht nur um den Werterhalt. Die Sicherheit des Fahrers hängt hier ganz entscheidend von Deiner Sorgfalt ab. Kinder sind bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit flott unterwegs und kennen in der Regel nur folgende Ziele. Wie fahre ich schneller und kann ich diesen Hügel vielleicht noch weiter springen? Bremsen die nicht Bremsen, Motoren die blockieren oder einen Gasklemmer haben,  Fahrwerke die nicht federn wollt Ihr nicht sehen und erleben. Ist alles schlecht und evtl. auch ungesund. Also nach dem Training gilt grundsätzlich Regel 1.

 

Regel 2

Ohne Werkzeug brauchst du nicht über Regel 1 nachdenken. Du brauchst:

  1. Waschmöglichkeit
  2. Ort zum Schrauben
  3. handelsübliche Werkzeugausrüstung. Wir ersparen uns hier eine detaillierte Aufzählung (noch). Jeder Crosser zeigt Dir gerne wie er das Problem löst.
  4. Verschleißteile. Leg Dir einen Satz der üblichen Verschleißteile im Voraus zu. Bremsbelege; Sturzteile wie Plastik, Hebel, Griffe, Lenker; Öle; Schläuche. So stellst du sicher, dass an Deinem perfekten Wochenende, dass Training auch wirklich stattfindet. Darüber hinaus ist natürlich vieles mehr möglich. Was das ist? Riehe Regel 3

 

Regel 3

Frage und lerne.
Vieles wirst Du sehr wahrscheinlich nicht wissen. Keiner wusste am Anfag dieses Sport alles, auch die obercoolen Schlauberger nicht. Luftdruck,  wie reinige ich einen Luftfilter und vieles Mehr. Ehe etwas kaputt geht: Frage. Die meisten Crosser sind supernett und teamfähig. So richtig individuell werden die meisten erst, wenn Sie am Startgatter stehen. Vorher und nachher helfen Sie dir gerne weiter.

 

4. Das Motorrad

Du hast die Punkte 1.-3. abgearbeit? Ok, wollen wir mal so glauben.

1. Neu oder gebraucht?

Erst einmal eines vorab: Wir reden hier doch über Motocross, oder? Ein Motocrossmotorrad ist ein Sportgerät! Punkt und aus. Ein Motocrossmotorrad ist vom Hersteller ausdrücklich für die Ausübung dieser Sportart gebaut und freigegeben. Alles andere hat auf einer Sportanlage nichts zu suchen. Pitbikes, Technikmüll und Provisiorien habe auf der Rennstrecke mal garnichts verloren. Bei uns sind sie verboten.

Du bist wohlhabend und hast das Geld. Kauf neu, fertig.

Gebraucht. Du sparst viel Geld. Gerade neue Motorräder unterliegen zu Beginn einem massiven Wertverlust. Ein paar grundsätzliche Gedanken.

Du kennst jemanden der sich mit Technik auskennt, vielleicht sogar mit Motorradtechnik? Einpacken und mitnehmen? Zwei Augenpaare sehen mehr als eines.

Nie im Dunklen besichtigen. Nimm eine vernünftige Lichtquelle mit. Zu schnell wird etwas übersehen.

Alles was dran ist muss funktionieren. Einwandfrei! Fehlt was und/oder funktioniert etwas nicht richtig = Die Karre wurde nie richtig gepflegt = Finger weg. Es ist übrigens egal, ob mit diesen Motorrädern Rennen gefahren wurden oder "nur" der berühmte Waldweg. Diese Dinger wurden für Rennen gebaut und wenn Sie korrekt gewartet wurden, ist dies kein Problem.

Sind die Verschleißteile noch in Ordnung?  Wenn nicht vom Kaufpreis abziehen.

  • Bremsscheiben und Belege,
  • Ritzel, Kettenrad und Kette
  • Kettenführung hinten und Schwingenschleifer
  • Lagerung Umlenkung (Hinterrad im aufgebockten Zustand anheben), Rost?
  • Felgenringe krumm oder gerade, Speichen locker oder fest? Radlager wackeln ja oder nein
  • Motor trocken und gasdicht (laufen lassen), Kickstarter fest oder locker,
  • Schrauben am Motorrad  Original oder überall falsche Größen verbaut
  • Schalldämpfer unverbeult und fest

Nach den letzten Wartungsarbeiten fragen:

  • Motor, Wann wurden zuletzt Kolben, Pleuel und Kurbelwellenlager getauscht?
  • Wurde die Schalldämpferwolle ausgetauscht?
  • Letzer Fahrwerksservice? Von wem?

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll euch nur einen ersten Hinweis liefern. Aber ist soweit alles in Ordnung könnt Ihr auch mit guten Gewissen ein gebrauchtes Motorrad kaufen.

2. Die richtige Größe bei Kindern

Zu großes Kind auf zu kleinem Motorrad  = vergesst es. Das ist Geldverschwendung und das Fahren wird schnell sehr schwierig.

Etwas zu kleines Kind auf einem noch zu großem Motorrad = das geht schon eher, zumal mit ein paar Tricks das Motorrad auch tiefer gelegt werden kann. darüber hinaus soll der Zwerg ja noch wachsen.

Beispiele:

  • Der Fahrer passt noch gut auf eine 50er und knapp auf eine 65er und wir sind am Anfang des Jahres, also der Saison. Die 50er könnte man nehmen, ich würde eher zur 65 tendieren. Auf alle Fälle könnte er noch eine Saison mit der 50er fahren.
  • Der Fahrer passt noch gut auf eine 50er und knapp auf eine 65er und wir sind am Anfang Ende des Jahres, also die Saison ist so gut wie vorbei. Die 50er würde ich nicht mehr nehmen, ich würde eher zur 65er tendieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass er bereits zum nächsten Saisonbeginn nicht auf die 50er passt wäre mir zu hoch.

Anprobieren. Geht mal durch das Fahrerlager und fragt nach Probesitzen.

Schaltung, je eher desto besser. Automatik fahren wollen Kinder nie wieder, wenn Sie einmal Schaltung gelernt haben und das tun sie extrem schnell.  Automatik fahren ist übrigens auch nicht einfacher.

3. Tuning

Ein gut gepflegtes Motorrad im Serienzustand ist für einen Fahrer der gerade anfängt (und sehr wahrscheinlich auch für die meisten anderen) mehr als völlig ausreichend. Wichtiger als Tuning ist:

  • Euer Motorrad ist immer einwandfrei gewartet
  • Ihr geht damit auch trainieren

Schaut euch auf den Rennstrecken an, was die anderen machen und überlegt euch sehr genau, ob diese Ausgabe wirklich etwas bringt. Dabei könnten folgende Regeln richtig sein:

  1. Erst wenn sich euer Nachwuchs die Erfahrung, Geschwindigkeit und körperlichen Voraussetzungen erabeitet hat, macht es Sinn über Verbesserungen nachzudenken. Fahren, fahren, fahren.
  2. Tuning, was die Haltbarkeit des Motorrades verbessert kann nicht falsch sein.
  3. Wenn die Überholung des Fahrwerkes sowieso fällig ist, kann an dieser Stelle von erfahrener Hand nachgebessert werden, falls vielleicht notwendig. Siehe Punkt 1.
  4. Motorleistung ist meistens im Überfluss da. Solange Ihr nicht ernsthaft in Sachen Wettbewerb unterwegs seid, ist Motortuning überflüssig. In aller Regel sind auch im Amateurbereich die Serienmotoren völlig ausreichend.
  5. Ihr wollt sowieso tunen und habt Spaß dran. Ja, dann macht doch. Solange es den Fahrer nicht stört.